Anfang Juli erreichte CROPS WP Mail Suite Pro eine neue technische Tiefe. Aus der einfachen Verwaltung einzelner Absender wurde eine SMTP-Workbench mit Import, Tests, Filtern, Kapazitäten und mehreren Versandstrategien. Dieser Ausbau war notwendig, weil größere Projekte nicht nur verschiedene Absender benötigen, sondern auch klare Regeln dafür, wann welches Profil eingesetzt werden darf.
Profile lassen sich eindeutig importieren und aktualisieren
Der CSV-Import wurde so erweitert, dass ein Profil nicht mehr allein anhand seines Namens erkannt wird. Absender, Host, Benutzer und ein optionaler Import Key helfen, neue und bestehende Datensätze sauber zu unterscheiden. Dadurch können gleich benannte Profile für verschiedene Server bestehen, ohne versehentlich zusammengeführt zu werden.
Eine leere Passwortspalte überschreibt kein vorhandenes Geheimnis. Das ist besonders wichtig, wenn Profildaten regelmäßig aktualisiert werden, Zugangsdaten aber nicht erneut in einer CSV stehen sollen. Die Importübersicht zeigt Anzahl, interne ID, Aktivstatus und Importkennung. Passwörter werden verschlüsselt gespeichert und tauchen weder in der Zusammenfassung noch im Log auf.
Die Workbench ersetzt eine enge Konfigurationstabelle
Mit wachsender Profilzahl wurde eine klassische Tabelle zu unübersichtlich. Die neue Workbench ordnet Profile in Karten und ergänzt Suche, Hostfilter und Statusfilter. Sichtbare Profile können gemeinsam ausgewählt, eine Auswahl kann zurückgesetzt und bei Bedarf auf die gewählten Datensätze reduziert werden.
Ausgewählte Profile erscheinen im Arbeitsbereich oben. Eine Live-Zusammenfassung zeigt, welche Konten an der aktuellen Strategie beteiligt sind. Das Layout reagiert auf kleinere Bildschirmbreiten, damit Eingabefelder und Aktionen nicht abgeschnitten werden. Die technische Komplexität bleibt vorhanden, wird aber in einen nachvollziehbaren Arbeitsprozess übersetzt.
Versandstrategien erhalten konkrete Regeln
Die Suite unterstützt mehrere Modelle: ein festes SMTP-Profil, Round Robin, prozentuale Verteilung, maximale Menge pro Stunde, Prioritätsreihenfolge und Backup bei Fehler. Jede Strategie beantwortet eine andere betriebliche Frage. Ein festes Profil sorgt für eindeutige Absenderführung. Round Robin verteilt gleichmäßig. Prioritäten bevorzugen bestimmte Konten. Ein Backup greift nur ein, wenn das vorgesehene Profil tatsächlich ausfällt.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Prozentverteilung. Der Button „Prozente automatisch verteilen“ berechnet den offenen Anteil. Mit „Wert bleibt fix“ können einzelne Profile unverändert bleiben, während der Rest auf die anderen verteilt wird. Serverseitige Normalisierung verhindert ungültige Summen und sorgt dafür, dass manuell fixierte Werte nach dem Speichern erhalten bleiben.
Verbindungstest und Bounce-Prüfung bleiben getrennt
Die Profilansicht speichert das Ergebnis des letzten Verbindungstests mit Datum, Uhrzeit und Fehlermeldung. Grün, Rot und Grau kennzeichnen erfolgreich, fehlgeschlagen oder noch nicht geprüft. Damit erkennen Administratoren sofort, ob ein Profil grundsätzlich verwendbar ist.
Die Bounce-Prüfung wurde bewusst separat gestaltet. Ein erreichbarer Ausgangsserver bedeutet nicht, dass das Postfach für Rückläufer korrekt eingerichtet ist. Die Bereiche stehen untereinander, damit auch längere Fehlermeldungen vollständig sichtbar bleiben. Diese Trennung verhindert, dass ein erfolgreicher SMTP-Test fälschlich als komplette Versandbereitschaft verstanden wird.
Listen und Kampagnen können Profile gezielt verwenden
Die Auswahl von SMTP-Profilen wurde nicht auf den einzelnen Newsletter beschränkt. Auch Listen, Kampagnen und Follow-Up-Serien können eine passende Zuordnung erhalten. Für Massenversand ist außerdem vorgesehen, Empfänger kontrolliert auf mehrere Profile zu verteilen. Die Verteilung bleibt an die gewählte Strategie gebunden.
In der Freigabe muss sichtbar sein, welche Regel tatsächlich greift. Eine konkrete Newsletter-Zuordnung, eine Kampagnenvorgabe und ein globaler Standard dürfen nicht unbemerkt gegeneinander arbeiten. Die Oberfläche zeigt daher die wirksame Quelle, statt lediglich den Namen eines Profils auszugeben.
Kapazitäten werden als gemeinsame Ressource behandelt
Stunden- und Tageslimits müssen auch bei parallelen Cron-Läufen korrekt gezählt werden. Die Queue darf dieselbe freie Kapazität nicht zweimal reservieren. Ebenso darf ein fehlendes, deaktiviertes oder leer konfiguriertes Poolprofil keine Einträge dauerhaft blockieren. Für solche Fälle wurden Wiederzuordnung und kontrollierte Fehlerzustände vorgesehen.
Ein Profil kann aus dem Pool entfernt werden, ohne dass die gesamte Kampagne verloren geht. Die Queue prüft den aktuellen Poolzustand erneut und ordnet wartende Einträge nach den gültigen Regeln. Diese Robustheit ist für reale Installationen wichtiger als eine theoretisch perfekte Verteilung, die nur solange funktioniert, wie sich keine Einstellung ändert.
Mehr Transparenz für Administratoren
Die Workbench zeigt nicht nur Konfiguration, sondern auch betriebliche Zusammenhänge. Administratoren erkennen Auswahl, Verteilung, Limits und Teststatus an einer Stelle. Dadurch wird die Fehlersuche kürzer: Ist ein Profil inaktiv, wurde das Stundenlimit erreicht oder ist die prozentuale Summe unvollständig?
Gleichzeitig bleibt der normale Redaktionsbereich davon getrennt. Ein Redakteur muss keine Hostnamen oder Prozentwerte bearbeiten. Er sieht beim Newsletter den vorgesehenen Absender und den Status der Versandbereitschaft. Diese Rollenaufteilung schützt sensible Einstellungen und hält den täglichen Ablauf übersichtlich.
Vom Einzelkonto zum kontrollierten Versandpool
Der Ausbau Anfang Juli verwandelte die SMTP-Verwaltung in ein belastbares Betriebsmodul. Import, Tests, Filter und Strategien greifen nun zusammen. Die Suite kann damit unterschiedliche Absender und Kapazitäten verwalten, ohne stillschweigend zwischen Profilen zu wechseln.
Dieser Stand war zugleich die Voraussetzung für die folgende Release-Candidate-Phase. Erst mit einer verlässlichen Profil- und Poollogik konnten Kampagnen, Varianten, Freigaben und Queue-Prozesse unter realistischen Bedingungen getestet werden. Die technische Basis war damit deutlich näher an einem produktiven Versandbetrieb.

